Kölner Stadtanzeiger, 16.01.2017

Raum 5, Designguide Köln/ Bonn – Frühjahr 2016

Raum 5

 

 

Blaues Wunder_KStA03.12.15

Rettungswesten, Ikonen und schöne Keramik

Ausstellung „All about Greece“ im Kunstraum Anakoluth

Drei Künstlerinnen haben viel Zeit auf der Insel Lesbos verbracht und den rasant wachsenden Ansturm der Flüchtlinge erlebt. In der Ausstellung „All about Greece“ geht es um Flüchtlingsnot, Griechenlandkrise und schöne Keramik. (….)

„Rough Seas“ nennt Birgit Rüberg ihr Ensemble an Rettungswesten oder Kleidungsstücken von Flüchtlingen, die sie am Strand von Lesbos gefunden hat. Sie hat auf ihnen Zeitungsmeldungen gestickt und sie in kleine Holzrahmen montiert, die wie kleine Särge anmuten. In der Serie „Reise ans Licht“ hat sie Schwimmwesten mit europäischen Sprichwörtern gestickt, wie zum Beispiel „Rolling stones gather no moss“ (rollende Steine setzen kein Moos an). Sie sollen Ausdruck für Ängste, Sorgen aber auch Hoffnungen der Flüchtlinge sein.

Um die Gier nach Geld geht in dem Ausstellungsteil „Ikonen der Krise“ der griechischen Künstlerin Maria Rigoutsou. In Anlehnung an die Ikonen der orthodoxen Kirche mit Heiligendarstellungen als Mittler zwischen Betrachter und Gott hat sie auf ihren Bildern Dinge dargestellt, die den Menschen von heute heilig sind: Euro, Banken und Ratingagenturen. Auf ihnen sind aber auch Gesichter zu sehen, die von Armut und Verelendung gezeichnet sind.

Zu Griechenland gehört eine lange Tradition der Keramikkunst, die auch auf der Insel Lesbos verwurzelt ist. Despina Iosifellis helle, kunstvoll gestaltete Schalen, Vasen und Olivenöltellerchen sollen das Lebensgefühl der noch ursprünglich gebliebenen Insel Lesbos widerspiegeln.

Dom Radio.de / B. Schippers, 22.09.2015

Interview in der Mediathek / Audio:

http://www.domradio.de/audio/all-about-greece-birgit-rueberg-ueber-all-about-greece

presse-anakoluth-ERB

Quelle: Kunstforum.de 30. KW 2015

 

Ein Maler punktet ohne Unterlass

Birgit berg hat sich vorgenommen, in ihrem Kunstraum Anakoluth jeweils einen Bildenden Künstler und einen Vertreter der Angewandten Kunst zu präsentieren. Diesmal sind Tibor Zsigmond (Köln) und Katrin Köhler (Marbach) zu Gast. Seit Ende vorigen Jahres betreibt sie ihre Galerie am Hermeskeiler Platz. […]

Tibor Zsigmond punktet, hundertfach, tausendfach. Er ist eigentlich für seine Figurenbilder bekannt, doch diesmal arbeitet er mit Farbe pur. Punkt für Punkt füllt er die Leinwand mal in Variationen in Gelb, mal in Pink. und auch Schwarz ist nicht gleich Schwarz. „Unglaublich spannend“ sei diese Art zu malen. 

Punkte finden sich auch auf den Schmuckstücken von Kathrin Köhler. die Goldschmiedin hat sich auf die alte Technik des Emaillierens konzentriert. Der Träger ist Silber oder Feinsilber. darauf arbeitet sie bevorzugt mit grün, blau, grau und gelb. Ihre Ohrringe nennt sie Muscheln oder Kissen. Manschettenknöpfe gibt es ebenfalls in Kissenform. Der Reiz ihrer Arbeiten besteht aus dem Zusammenspiel von transparentem Email und feinen Strukturen.

Susanne Kreitz im Kölner Stadt Anzeiger, 27.1.2015 (Ganzer Artikel als PDF)