Ausstellung #14           „STICH | PROBEN“

Cécile Bertrand – Textilschmuck

Mato Ioannidou  – Schmuck mit Stickerei

Birgit Rüberg  – Stickzeichnung

Vernissage am 29.04. 2017 um 17:00 Uhr 

Ausstellung bis 15.07. 2017

Mi + Do 16 – 18:30, Sa 12 – 14:00 Uhr und nach Vereinbarung

Die Ausstellung STICH | PROBEN zeigt die Werke dreier Künstlerinnen, die in ihrer Arbeit textiles Material verwenden.

Cécile Bertrand aus Brüssel und Mato Ioannidou aus Athen entwickeln Schmuckstücke, die mit und aus Geweben und Fäden entstehen, Birgit Rüberg benutzt gefundene Stoffe als Untergrund für gestickte Zeichnungen, Collagen und Künstlerbücher.

Die Schmuckkünstlerin Cécile Bertrand wurde in Paris geboren, lebt aber schon seit 20 Jahren in Brüssel. 2005 entwirft und fertigt sie ihr erstes textiles Schmuckstück: eine lange Kette aus recycelten Krawatten-Seiden.

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Ihr Interesse für bedruckte Stoffe führt dazu, daß sie alte Krawatten, Schals und Kleider sammelt. Sie mag und sammelt alle Arten von Textilien, und deren Texturen und Muster inspirieren sie zu neuen Techniken und Formen.

Als Autodidaktin entwirft und gestaltet sie neue Schmuck-Designs während des Herstellungsprozesses.

Ihre umfangreiche Sammlung benutzt sie, um immer neue textile Schmuckstücke zu entwickeln, aus „altmodischen“ gemusterten Seiden entstehen Ketten, Broschen und Armbänder. Stoffe mit geometrischen Mustern und einfarbige Stoffe kombiniert sie miteinander, aber auch Blumenmuster mit Streifen oder Polka-Dots mit „kitschigen“ Landschaftsszenen.

Ihre Stücke haben rundum textile Oberflächen, dh. auch die exakt gearbeiteten Rückseiten bestehen aus textilem Material. Die „Pastille“ – Ketten sind entweder Einzelstücke oder in limitierter Auflage gefertigte Kleinserien.

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Sie hat ihre Schmuckstücke bereits in vielen internationalen Ausstellungen gezeigt, in Museen, Galerien und Messen, z.B.:

2016 Barcelona Art Jewelry Fair; Galerie Flament, Lille; Handwerksmesse, München; 2015 Brussels Design September; 2014 SIERAAD,  Jewelry Art Fair, Amsterdam; 2013 LOOT: MAD about Jewlery – MAD-Museum Art & Design, New-York; TANDEM, World Crafts Council, Mons, Belgium;

EUNIQUE,  Applied Arts & Design Fair, Karlsruhe; 2009 MIAAO, collective exhibition, Arts & Craft Museum, Turin, u.a.

www.cecilebertrand.eu

Mato Ioannidou lebt und arbeitet in Athen, wo sie auch geboren ist.

Nach ihrem Studium in Paris an der Sarbonne und der School of Fine Arts hat sie in Athen ein eigenes Studio gegründet, wo sie Kinder und Erwachsene in Malerei und Mosaiktechniken unterrichtet. Außerdem arbeitet sie mit dem „Fund of Archaeologic Resources“ in Athen zusammen.

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Ihre Schmuckstücke wirken wie kleine, silberne Bilderrahmen für die eingefügten, handbestickten Miniatur-Leinwände.

Mato Ioannidou lässt sich für die mit groben Wollfäden und feineren, glitzernden Lurexfäden bestickten Stoffteile von griechischen Folkloremustern inspirieren.Die Muster erinnern an volkstümliche, gefundene Stoffe aus früheren Zeiten. Die Anmutung ist authentisch, ein bischen wild und ungeplant.Bei einigen Stücken erkennt man florale Elemente oder sogar Miniatur-Bilder eines Schiffes oder eines Baums mit Früchten.

 

Die meisten ihrer Schmuckstücke zieren geometrische Ornamente in leuchtenden Farben. Beim Ohrschmuck sind die beiden Teile häufig mit zwei unterschiedlichen Designs geschmückt, die miteinander korrespondieren.

 

Dazu passt die von Mato Ioannidou gewählte betont handgemachte Gestaltung der Silberteile. Ihr Ohrschmuck, die Ketten und Ringe sind Einzelstücke.

Dies ist die erste Ausstellung ihrer Schmuckstücke.

Ihre Malerei war dagegen schon in vielen Ausstellungen in Griechenland zu sehen, zB.: TRITO MATI, Art Gallery, Athens 1989; ART GALLERY OF NAFPLIO, Nafplio, 1990 ADYTO, Art Gallery, Athens; 1995 GALERIE 3, Athens, 2000 ART GALLERY MINIMA – Mykonos; 2001 ART TOWER, Athens; 2003 GALLERY ASTRA, Athens; 2005 CULTURAL EVENTS OF ERMOUPOLIS; 2006 ADAM GALLERY, Athens, 2008 ADAM GALLERY, Athens; 2012 ERSI’ S GALLERY, Athens, AGATHI-KARTALOS, Athens, 2014, AGATHI- KARTALOS, Athens, 2017, u.a.

 www.matoioannidou.gr

 

Birgit Rüberg lebt und arbeitet in Köln. Nach ihrem Studium Freie Grafik in Köln und visuelle Kommunikation in Krefeld arbeitete sie zunächst als selbständige Designerin und Illustratorin.

Seit 2000 verwendet sie in ihren freien Arbeiten gebrauchte Alltagstextilien und Teile von Kleidungsstücken als Bildgrund, den sie mit vorgefundenen, teilweise in der Tradition der konkreten Poesie bearbeiteten Texten und Zitaten bestickt. Auch Sprichwörter, Wortfragmente und eigene, kurze Geschichten überträgt sie mit Nadel und Faden auf das Stoffmaterial.

 

Die gestickten Textteile sind typografisch gestaltet, auch Handschriften mit ihren individuellen Ausdrucksvarianten entstehen als gestickte Linie auf dem haptischen Material.

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Hinzu kommen gestickte Zeichnungen und in Medien gefundenes Bildmaterial, das sie analog collagiert und mittels Drucktechniken auf den Stoff überträgt.

Die handgestickte, unperfekte Linie fügt der Zeichnung etwas hinzu, reliefartig liegt sie auf dem Stoffuntergrund, in verschiedenen Farben und Garnen entwickelt sie die Zeichnung weiter zum dreidimensionalen Objekt.

Sie beschäftigt sich mit den Schnittstellen zwischen Text, Bild und Trägermaterial. Die in den gefundenen, gebrauchten, teils historischen Textilien gespeicherten Bedeutungen legt sie frei und fügt sie in neue, gegenwärtige Kontexte ein.

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Bettwäsche, Handtücher, Taschentücher und andere Haushaltstextilien, historische Spruch- und Mustertücher, aber auch Kleidungsstücke wie Babybodies, Brautkleider und zurückgelassene Schwimmwesten von Flüchtlingen hat sie auf ihre Weise bearbeitet.

Ihre Werke waren in zahlreiche Ausstellungen in Museen und Galerien im In- und Ausland zu sehen, z.B.:2017, Prag Galerie NTK; Oldenburg, Horst-Janssen-Museum; 2016 Bratislava, Kunsthalle Bratislava; 2014 Braunschweig, Kunstverein Jahnstrasse;2013 Kunstverein Bayreuth; 2012 Köln, Museum für verwandte Kunst; 2010 Berlin, Galerie Frenhofer; Weimar, Galerie Eigenheim2009 Weinheim, Museum Alter Wasserturm; 2009 Budapest Museum of Applied Arts; 2008 Birmingham, Museum Waterhall; Krefeld, Deutsches Textilmuseum; 2007 Herford Museum MARTA; Köln, Museum Zündorfer Wehrturm; u. a.

www.birgit-rueberg.de

 

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