Ausstellung # 11   „SUPER SALE“

Installation vom 4. August bis 8. September 2016

täglich 24 h im Schaufenster zu sehen

Lucie Biloshytskyy

„Satisfaktion“ , 2015

Kassenbon Animation, Gif-Animation, Primarktüten mit Unterwäsche und Schmuck, Rückgabebon

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Die Arbeit von Biloshytskyy zeigt das Ereignis eines Kaufrausches bei Primark, einer Kette für modische und sehr preiswerte Kleidung. Die Installation besteht aus einem Loop, der eine Liste mit gekauften Produkten, die wie ein Filmabspann vorbei ziehen zeigt. Daneben ein Bildschirm mit dem gekauften Outfits. Von der Decke hängt ein riesiger Kassenbon, der die zurückgegebenen Sachen als unerwünscht markiert. Was bleibt sind ein paar Papiertüten und die Produkte, die aus hygienischen Gründen nicht zurück genommen werden konnten. Biloshytskyy macht in der Arbeit auf humorvolle Weise, sowohl die Möglichkeiten des Kapitalismus sichtbar, als auch die kognitive Dissonanz der europäischen Gesellschaft.

Lucie Biloshytskyy wurde 1986 in Berlin geboren. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und an der Ecole Supérieur de Beaux-Arts in Frankreich. 2015 machte sie ihr Diplom bei Candice Breitz. Biloshytskyy stellte unter anderem auf der „P/ART 13“ in Hamburg aus, im Künstlerhaus Dortmund bei der Ausstellung „Utopisten & Weltenbauer“ und im Mönchehaus Museum Goslar, „We are not in Kansas anymore“. 2016 erhält sie das Goldrauschstipendium von Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT.

In ihren Arbeiten setzt sich Biloshytskyy mit Konsumverhalten und Netzaktivitäten auseinander. Aus ihren Beobachtungen heraus, entwickelt sie mediale Installationen, die durch individuelle Entscheidungen das Virtuelle ins Konkrete übersetzten.

www.biloshytskyy.com

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Ausstellung #10   “ Fundstücke“

Vernissage am Samstag, 23.04. um 17:00

Ausstellung bis 23.07.2016

Tabea Reulecke – Schmuck

Joachim Römer – Rheinschwemmfiguren

Tabea Reulecke (Diplom-Designerin, Master of Fine Arts, geb. 1981), sagt über ihre Arbeit:
„Mein Schmuck wird geprägt durch das was ich erlebe, erfahre und mitteilen möchte. Ich fokussiere dabei auf mich, schaue mir alles an, zeige auf meine Geschichte. Ich ziehe mich aus. Ich bin ein Voyeur und Exhibitionist. Inspiriert werde ich durch Reisen, die mich in den Norden, Süden, Osten und Westen führen. Dort finde ich ungewöhnliche Materialien und spannende Geschichten. Diese nehme ich mit zurück in die Werkstatt.
Vertrautes und Unbekanntes treffen dort zusammen. Die Brücken baue ich. Ein Kuhhorn, und das einer Antilope. Nussholz und Olive. Farbe aus Pigment und Farbe aus Glas.“ T. Reulecke

Tabea Reulecke hat international viele Ausstellungen, Preise und Stipendien erhalten.Erwähnt seien hier: Ausstellungen: Tokyo, Metropolitain Art Museum; Beijing, International Jewellery Art Biennal; Museum für angewandte Kunst, Frankfurt, Materials revisited; Goldschmiedehaus Hanau, Form und Farbenspiel – Neue Wege der Emaillekunst . Preise: “Triennale Européenne du Bijou”, 1. Preis, Mons; Stadtgoldschmiedin Hanau (2017). Stipendien in Deutschland, Australien, Niederlande und Chile. Von 2007-13 war sie Assistentin an der Hochschule in Idar-Oberstein.

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Sie hat für unsere Ausstellung Schmuck ausgewählt, die das Thema „Fundstücke“ variieren:
Holz und Silber, Horn und Farbstift-Fragmente, Edelsteine und Elfenbein, Emaille, Farblacke und Gold verbinden sich zu wundersamen, einzigartigen Objekten, die auch Broschen und Ketten sind.

http://www.tabeareulecke.com

Joachim Römer, (Studium der freien Kunst an der Kölner Werkschule bei Wewerka und Sovak geb. 1957) hat einen Satz wie ein Motto zu seiner Arbeit gestellt: “Alle Kunst kommt vom vermüllten Gerümpel.“  Michael Thompson

In langen Spaziergängen am Rhein sammelt er das Material für seine künstlerische Arbeit: „Aus den verschiedenen Fundstücken, angeschwemmt am Flussrand, hat er unmögliches, abweichendes, skurriles und groteskes Material…zusammencollagiert.“  (P. v. Brinkemper). Die entstandenen Figuren plaziert er in Boxen aus Holz, die sich trichterförmig öffnen und an ihren Innenseiten historische Bilder mit Rheinromantik-Motiven zeigen. Hinter den Figuren befindet sich ein Spiegel, der den Betrachter auf sich selbst verweist.
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„Ich muss meinen Kopf unscharf stellen und meine Augen sehr scharf“, erklärt der Künstler.
So, wie er mit dem Fluss und seinen Ufern umgehe, stehe er im Grunde in der Tradition der Künstler der Rheinromantik. Nur das diese heute aus Plastik sei. Das menschengemachte Material, das der Fluss befördert; Teile, die Menschen als Müll betrachten, interessieren ihn noch immer. Er setzt sie komplett neu zusammen und hat dabei den Ehrgeiz, seine Spuren zu verwischen. Römer glättet, schmirgelt, spachtelt, grundiert und verleiht seinen Fundstücken dann eine neue Farbigkeit.“ Susanne Hengesbach, Kölner Stadt-Anzeiger, 22.03.16

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In unserer Ausstellung erwarten Sie seine „Rheinschwemmfiguren“: „ ..diese verrückten, ernsten, anarchistischen, mahnenden Figuren von Joachim Römer. Geboren aus Teilen von Barbie und Ken, Golfbällen, Plastikblumen und Spielzeughühnern wurden sie wiedergeboren als Erdbeercowboy, Eierschalenstempelschnittstelle und Prunkwagen der Züchterinnung….Den Figuren fehlt die Eindeutigkeit. Sie sind ein Spiel mit derVielfältigkeit, die das Leben und die Menschen ausmacht – die die besten Seiten des Lebens und der Menschen ausmacht. Sie öffnen die Räume zu Phantasie und freiem Denken….“

Peter Bach

Von seinen zahreichen Ausstellungen und Preisen hier eine kleine Auswahl:

2016, „TREIB_GUT Flaschenpost“ Museum für Kommunikation Frankfurt, Einzelausstellung
2016 „Tausend und eine Flaschenpost“  Museum der deutschen Binnenschiffahrt, Duisburg, Einzelausstellung
2015 „Tausend und eine Flaschenpost“ Museum am Strom, Bingen am Rhein, Einzelausstellung
2014 „Wadden Tide“ – Internationales Landart-Projekt der Kulturregion Vadehavet, Dänemark
2010 „Bewegter Wind“ – Internationales Windkunstprojekt, Waldecker Land, Hessen; 1. Preis
2004 lux-us – Lichtkunstpreis der Stadtwerke Lüdenscheid, Städtische Galerie Lüdenscheid
2003 „Überfluss“ – Kunstverein Bad Tölz, 1. Preis

www.unterblicken.de

164-01

gerupfter orangeschnabel, geschraubt
oder: prangersitzer der tiermast
körper einer spielzeugplastikattrappe eines gerupften hühnchen, eine paprika-deko plastikattrappe, ein schalenförmiges kleines kunststoffteil, eine plastikspielzeugschraube, ein nicht definierbares kleines konisch rundes stück kunststoff (Joachim Römer)
h 13cm b 5cm t 8cm

 

Vernissage am 23.04.2016