Anakoluth #5

Susanne Anemüller, Stahlobjekte

Regine Schirmer, Malerei

Ausstellung vom 04.06.-25.07.2015

Kunstraum Anakoluth
Susanne Anemöller ist einen ungewöhnlichen Weg gegangen: sie hat nach ihrem Studium an der HbK Braunschweig eine Ausbildung zur Metallbauerin gemacht.
Nach einigen Jahren mit einer eigenen Werkstatt in Braunschweig lebt und arbeitet sie heute in den Niederlanden. Ihre Stahlobjekte entstehen als Unikate oder Kleinserien vom Entwurf bis zur Handfertigung in ihrem Atelier in Lemiers.
hoernchen_altIhre Materialien sind Stahl und Glas, zu denen sie manchmal auch noch Fundstücke aus Holz kombiniert. Altes Eisen und Stahlfundstücke inspirieren sie zu neuen Erfindungen, aber auch handelsübliche Stahlprofile formt sie zu eigenwilligen Kreationen um, oft mit botanisch anmutenden Elementen. Das Glas verarbeitet sie in Form von Kugeln oder rohen Glasbrocken, die große Herausforderung besteht darin, das Glas mit dem Stahl einzufangen.
Die dreidimensionalen, sehr grafischen Drahtobjekte erinnern an Linienzeichnungen. Sie sind aus 3mm Stahldraht geschweißt und variieren zwischen 60 und 150 cm Länge.
Der besondere Charme der Objekte entsteht aus der Korrespondenz dieser unterschiedlichen Materialien. Susanne Anemüller spielt mit dem Kontrast des robusten, rostigen Stahls und der transparenzten Farbigkeit und Leichtigkeit des Glases. Auch nach der Fertigstellung verändert sich die Oberfläche -Patina und Oxidation lassen das Stück lebendig werden.
Alle Objekte sind wetterfest und können auch im Außenbereich skulpturale Akzente setzen.

www.stahlobjekte.de

anemüller

Das Thema der Arbeiten von Regine Schirmer ist immer dasselbe, und doch sucht und findet sie auf jedem Gemälde einen neuen Ansatz.
Die Farbe ist ihr großes Thema- sie arbeitet damit auf Papier, auf Pappe, auf Leinwand, auf Holz und manchmal auch auf bedruckte Stoffe.
Sie benutzt Pinsel, aber auch viele andere Instrumente für den Farbauftrag. Sie gießt, sie schüttet, druckt, wischt, reibt, ritzt, sie spachtelt, übermalt, drückt durch und schmiert, bestäubt mit Pigmenten und erfindet immer neue Wege, ihr Material halb-automatisch, zufällig, spontan und kontrolliert auf den Grund zu bringen.

Regine Schirmer

Für den, der sich die Zeit nimmt genau hinzuschauen, für den öffnet sich ihr ganzer Kosmos der Erfindungen und Wege, von Schattierungen und Bildräumen, von abstrakten Formen und naturhaften Erinnerungen.
Eine Horizontlinie reicht, eine Bergkette, eine Art Baumgruppe- oder ist es doch eher das fast zufällig entstandene Neben- und Übereinander von Farbflächen ? Wir denken an Blüten, ans Meer, an den Sommer…
Sie schreibt über ihr Tun: „Haben sich Pigmente am Rand der trocknenden Farbfläche abgesetzt, erinnern die Grenzen, Farbschlieren, -schleier, die Pinselstriche und Spachtelwege an Naturhaftes, an Landschaftliches? Schön, wenn ich bereit bin, dem Zufallsgebilde malerisch bewusst zu folgen, offen bin für das, was der Zufall hat entstehen lassen und als Vorschlag anbietet.“
Die Bilder sprechen von sensibler Beobachtung der Natur, von Versenkung und Begegnung, von gekonntem Umgang mit Materialien und Techniken und sind ein immer wieder anregender Begleiter für unsere eigenen Gedanken und Erinnerungen.

schirmer

 

„In der Natur sind die graphischen Formen mein Ausgangspunkt, die Farbharmonien, die lichtdurchfluteten Blätter und Blüten, die bizarre Formung von Ästen, Verblühen und Verwesen, Spiegelungen, Lichtspiele, Schneefelder, Meeresfarben, die Pfützen, die Erden….
Mit irgendwas anfangen: Eine Farbe, ein Tuschestrich, ein altes Bild zum Übermalen, es hat schon Farben, die mitsprechen können. Da sind die Farbtöpfe vom letzten Mal, die Zweige vor mir, das Meer- in mir gespeichert oder direkt vor meiner Nase- das Format des Papiers, und meine Stimmung.“ (R.S.)
Studiert hat sie die Malerei in den 70er-Jahren in Köln, Aachen und New York, und sich danach immer weitergebildet bei berühmten Kollegen: genannt seien Frank M. Hinrichs, Jerry Zeniuk, Stefan Fritsch, Bernd Zimmer und Holger Bunk. Routine möchte sie vermeiden, deswegen forscht sie immer weiter, lässt sich auf Neues ein und zeigte ihre Arbeiten bis heute in zahlreichen Ausstellungen. Wir freuen uns sehr, Ihnen ihre Arbeiten nun im Kunstraum Anakoluth präsentieren zu können.
www.regine-schirmer.de
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Vernissage / Finissage