Anakoluth # 3

Katrin Köhler – Emailleschmuck    

Tibor Zsigmond – Malerei    

Ausstellung vom 22.01.15 bis 21.03. 2015

Katrin Köhler, die in der Traditionsstadt Schwäbisch-Gmünd ihre Ausbildung zur Goldschmiedin für Juwelenschmuck gemacht hat, fiel bereits 1995 mit ihrer ausgezeichneten Arbeit auf: sie war die Kammersiegerin im Goldschmiedehandwerk. Anschließend verfeinerte sie ihr Können an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau und beendete dort mit einer Anerkennung wegen hervorragender Leistung ihre Ausbildung als Schmuckgestalterin und Goldschmiedemeisterin im Jahr 2000.

Katrin Köhler

Ihr besonderes Interesse gilt seit 1998 dem Emaillieren – einer mehr als 2000 Jahre alten Technik, Farbe dauerhaft auf dem Untergrund zu fixieren. Dabei bringt das Emaille Tiefe und Leuchtkraft wie kaum ein anderes Material hervor. Diese Sondertechnik des Goldschmiedehandwerks erfordert lange Erfahrung, um sie wirklich vollkommen zu beherrschen. Die Leuchtkraft und Brillanz eines Emaille – Schmuckstücks bleibt in seiner Schönheit ewig erhalten.

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In ihrem ausgefallenen Schmuck mit leuchtender Farbigkeit spielt Katrin Köhler mit der Wechselwirkung des farbigen Emailles und dem fein strukturierten Silbers unter der transparenten Oberfläche. In allen Farben des Regenbogens legt sie die glänzende Emailleschicht über die zarten Strukturen des Silbergrundes: Karibik, Veilchen, Zitrone, Farn, Schnee, Türkis oder Mohn nennt sie ihre Farben. Auch den darunter hervorscheinenden Mustern, Linien und Punkten hat sie Namen gegeben: Spirale, Mosaik, Sterne, Kroko oder Seeigel. Manche Schmuckstücke kombinieren (außen und innen) zwei Emaille-Farben, gelegentlich fügt sie auch noch mit Edelsteinen oder Perlen weitere Farbigkeiten hinzu.

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Den Silberschmuck – Ohrschmuck, Halsschmuck und Ringe – entwirft sie in ihrer Werkstatt in Marbach und stellt ihn in Handarbeit mit viel Liebe und höchster Sorgfalt her. Ihr Schmuck wurde bereits in verschiedenen Galerien und Goldschmieden ausgestellt.

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Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Künstlerin:
www.katkoe.de

Tibor Zsigmond, 1949 in Mülheim /Ruhr geboren, kam nach einer Ausbildung zum Glasmaler 1970 nach Köln an die Werkkunstschule zum Studium der freien Malerei. Seitdem beschäftigt er sich neben der Malerei auch intensiv mit Zeichnung, Collage und Skulptur, stets beharrlich und abseits der lauten „Szene“ arbeitend. Seine Arbeiten wurden seitdem kontinuierlich in Museen, Galerien und Kunsträumen gezeigt, und auch sein großes Atelier hat er gelegentlich für Besucher geöffnet.

Tibor Zsigmond

Bis zum letzten Jahr stand im Mittelpunkt seiner stark farbigen Malerei ( Öl und/oder Acryl auf Leinwand) die menschliche Figur, oft auch -mehr oder weniger deutlich- er selbst. „Tibor Zsigmond ist ein Maler, der kraftvoll und mit viel Lust in die Farben greift, um sie immer wieder auf einen menschlichen Körper treffen zu lassen… “ schreibt J. Kisters im Kölner Stadtanzeiger. In seinen Skulpturen abstrahiert er stärker, sie sind „eigenwillig, ehrlich“ (J. Kisters). Vielleicht hat sich hier und in den reduzierten, sehr grafischen Scherenschnitten – aus PVC geschnitten – bereits angedeutet, das der „Menschen-Maler“ auch noch ganz anders kann.

Mit seinen neuen Arbeiten, die nun im Kunstraum Anakoluth gezeigt werden, schlägt Tibor Zsigmond ein ganz anderes künstlerisches, nämlich abstraktes Kapitel auf. Jeden figurativen Ansatz hat er eliminiert. Seine Leinwände hat er mit Linien oder Farbflächen vorbereitet oder monochrom grundiert. Die zum Teil großflächigen Arbeiten punktet er mehrfach flächig in unterschiedlichen Farben. Durch ständiges Übermalen, Wegnehmen und Hinzufügen, entstehen Tiefe und Spannung.

T. Zsigmond

Zsigmond Ausschnitt
Die Farbstrukturen überlagern sich, die Punkte bilden Farbwolken und Farbklänge – die Farbe ist auf den Punkt gebracht. Mit ausdauernder, obsessiver Geste setzt er Punkt um Punkt, beschreibt sein Tun als spannungsgeladen, gleichzeitig auch als meditativ. Seine jahrelange Beschäftigung mit Farbe und Farben erlaubt es ihm, immer neue Kombinationen zu erfinden. Er kombiniert Öl und Acryl, benutzt nur Öl, wenn er der Farbe genügend Trocknungszeit geben kann, Acryl, um den Prozess zu beschleunigen. Jede dieser Arbeiten hat ihre ganz eigene Stimmung und Ausstrahlung und fasziniert durch Variation eines sehr begrenzten und doch immer wieder anderen Repertoires. Nicht mehr Figur und Grund, sondern ein sensibles Netzwerk aus unzähligen Punkten trägt Farbe und Raum, Stimmung und Emotion.
”Ich musste mich aus der Sache herausnehmen”, sagte er in einem Gespräch über die Ursachen des Wandels vom Figurativen zum Abstrakten.

T. Zsigmond

Hatte sich dieses äußerst attraktive Gewimmel von Farbpunkten irgendwo in den früheren Arbeiten versteckt? Vielleicht angedeutet: die Ausdruckskraft der figurativen Arbeiten entstand ebenfalls durch zahlreiche, sich überlagernde Farbübermalungen, und die Vitalität und Kraft der früheren figürlichen Darstellungen sind auch in den neuen Arbeiten deutlich erkennbar.

www.zsigmond.kulturserver-nrw.de

Vernissage